Journal

Interview mit der FH Münster

Vom Dachboden ins Südviertel

Auf dem Dachboden fing alles an: Dort zogen die Architektinnen Anne Gerling und Katharina Hermann ihre ersten Projekte an Land. Heute, sieben Jahre später, sitzen sie in ihren Geschäftsräumen im Südviertel Münsters und sind froh, KAI Architekten aufgebaut zu haben. Mit dem Büro für Architektur, Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur verfolgen sie ehrgeizige Ziele.

Unsere Vision

„Katharina und ich kennen uns über Irina, Katharinas Schwester und meine damalige Kommilitonin“, erzählt Anne, die an unserer Hochschule Architektur studiert hat. „Irina wusste, dass wir beide schon länger mit dem Gedanken spielten, uns selbstständig zu machen. Also haben wir uns einfach mal auf einen Kaffee getroffen.“ Die beiden machten prompt Nägel mit Köpfen. „Wir haben erst einmal all unsere Fragen sortiert. Wo meldet man sich an? Welche Ausrichtung wollen wir verfolgen? Wie läuft das mit dem Finanzamt? Wie heißt unser Büro und wer zählt zu unserer Zielgruppe? Und überhaupt: Wie schaffen wir das alles?“, erinnert sich Anne. „Natürlich war das ein Auf und Ab. Aber wir hatten immer eine Vision: Wir wollten ein Architekturbüro gründen und damit wachsen.“

Team Anne

Anne Gerling

Unser Netzwerk aufbauen

Anne und Katharina knüpften schnell wichtige Kontakte. „Wir haben uns von Anfang an in allen Netzwerken eingebracht, die uns passend erschienen und allen von unseren Plänen erzählt“, sagt Katharina. Dazu zählte zum Beispiel das Business Network International (BNI), in dem sich regionale Geschäftsleute vernetzen. Die beiden Frauen nutzten aber auch jede Gelegenheit, um ihr Gründungswissen zu vertiefen. „Deshalb haben wir direkt in unserem Gründungsjahr 2014 an der Gründerwoche teilgenommen und etliche Veranstaltungen besucht. Wir haben viel gelernt und profitieren noch heute von diesem Austausch“, so Anne. Erste Projekte ließen nicht lang auf sich warten – über bestehende Kontakte und über ihr neues Netzwerk. „In unserer Branche läuft einfach super viel über Empfehlungen.“

"Wir geben immer 100 Prozent"

Dann kam Corona, doch auch davon ließen sie sich nicht entmutigen. „Natürlich schwingt immer ein wenig Sorge mit, was auf uns zukommt und wie wir eventuelle Schwierigkeiten meistern. Das Risiko nehmen wir aber gern in Kauf, weil wir durch unsere Selbstständigkeit die Freiheit gewinnen, selbstbestimmt und eigenständig unternehmerisch zu arbeiten. Das ist genau unser Ding“, erklärt Anne. Bestimmte Werte seien ihnen dabei sehr wichtig. „Wir geben immer 100 Prozent bei den Entwürfen für unsere Kundinnen und Kunden. Dabei bringen wir deren Wünsche in Einklang mit der Architektur – und das in hoher Qualität, die für uns essenziell ist. Mal eben schnell was planen, funktioniert mit uns nicht.“ Anne und Katharina fokussieren sich auf das Bauen im Bestand, besonders auf Altbauten bis 1945. „Bei diesen Objekten stehen Bauherren dahinter, die besonders viel Leidenschaft in ihr Vorhaben stecken. Das macht uns sehr viel Spaß“, sagt Katharina.

Team Katja

Katharina Hermann

Was ist unser Ziel?

Mittlerweile kommen die Kundinnen und Kunden nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus dem Ausland. Und KAI Architekten soll weiterwachsen. „Mittelfristig ist unser Ziel, ein größeres Büro zu finden, damit unser Team wachsen kann und wir gemeinsam weitere ganzheitliche Architekturprojekte realisieren“, erklärt Anne. Zusammen mit Katharina ist es ihr wichtig, die Mitarbeiter*innen nach ihren Stärken und Kompetenzen ins Team zu integrieren. „Deshalb gibt es bei uns jemanden fürs Marketing und bald auch eine Landschaftsarchitektin oder einen Landschaftsarchitekten. Außerdem beschäftigen wir immer wieder sehr gern Studierende, die bei uns ein Praktikum absolvieren und frischen Wind reinbringen.“ Ihre Erfahrungen in der Zeit der Gründung haben Anne und Katharina gezeigt, wie wichtig der Austausch zu diesem Thema ist: „Ich hätte Lust im Rahmen eines Lehrauftrags an der MSA, noch mehr Studierende für die Selbstständigkeit zu begeistern“, sagt Anne. 

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